Förderkriterien der Partnerschaft für Demokratie Garmisch-Partnerschaft

Die Partnerschaft für Demokratie hat als nachhaltig zu entwickelndes Bündnis den Auftrag, lokal für Demokratie einzutreten sowie Rechtsextremismus, Gewalt und den unterschiedlichen Ausprägungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiv entgegenzutreten. Das gilt selbstverständlich auch für andere Formen von demokratie- und rechtsfeindlichen bzw. gewaltförmigen Phänomenen.

Unsere Förderkriterien sind:

1. Entscheidungskriterien

 

Folgende Kriterien dienen als Entscheidungsgrundlage über Anträge an die Partnerschaft für Demokratie:

  • Grundlage für die Bewertung der Projektanträge ist die Leitlinie des Förderprogramms zum Programmbereich „Bundesweite Förderung lokaler Partnerschaften für Demokratie“ des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
  • Die Projekte müssen schriftlich beantragt werden. Insbesondere zu beachten ist dabei, dass die Ziele und Schwerpunkte der Maßnahme / des Projekts schlüssig dargelegt werden.
  • Ebenso soll ein konkretes und nachvollziehbares Handlungskonzept vorgelegt werden.
  • Eine Wiederholung bereits durchgeführter Projekte und eine automatische Aufstockung bzw. Verlängerung aktueller Projekte ist nicht zulässig.
  • Es muss eine klare Abgrenzung des Projekts / der Maßnahme zur originären Tätigkeit des Antragstellers erkennbar sein.
  • Es müssen die Träger sowie ihr Einfluss auf die geförderten Maßnahmen klar erkennbar sein.
  • Es sollen konkrete Indikatoren, anhand derer der Erfolg bzw. die Wirkung des Projekts bewertet werden kann, genannt werden. Anhaltspunkt dafür sind die sog. SMART-Kriterien: Spezifisch = Was soll erreicht werden? – Messbar = Woran wird die Zielerreichung sichtbar? – Attraktiv = Wirkt das Ziel motivierend? – Realistisch = ist das Ziel erreichbar? – Terminiert = Wann bzw. in welchem Zeitraum wird das Ziel erreicht?
  • Es müssen konkrete Hauptzielgruppen inklusive Altersgruppen und Zielgruppengrößen für die Maßnahme definiert werden.
  • Aussagen zur Nachhaltigkeit der Maßnahme sollen getroffen werden, insbesondere bezogen auf Auswirkung auf personelle und strukturelle Gegebenheiten.
  • Hauptzielgruppe ist die Bevölkerung des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. Projektträger können ihren Sitz auch außerhalb des Stadtgebiets haben.
  • Projekte eines Trägers werden mit maximal 7.500,00 Euro jährlich gefördert (unabhängig von der Anzahl)
  • Der Bewilligungszeitraum eines Projekts ist grundsätzlich auf den 31.12. des bewilligten Förderjahres beschränkt.
  • Im Einzelfall kann ein Projekt neu beantragt werden, wenn das bereits laufende Projekt reflektiert wurde und mit veränderten Projektzielen im Begleitausschuss neu beantragt wird.

 

 

2. Programmrelevante Inhalte

 

Die folgenden programmrelevanten Vorgaben dienen der Entscheidungsfindung und Bewertung der Projektanträge:

 

Förderung und Stärkung des programmrelevanten Engagements:

  • Stärkung einer lebendigen und vielfältigen demokratischen Zivilgesellschaft vor Ort;
  • Etablierung und Weiterentwicklung von Verfahren der demokratischen Beteiligung, einschließlich Entwicklung und Erprobung introvertierter Beteiligungsansätze;
  • Gesellschaftliche Sensibilisierung in Bezug auf rechtsextreme, antisemitische oder rassistische sowie andere demokratie- und rechtstaatfeindliche Phänomene und Stärkung des öffentlichen Engagements hiergegen;
  • Aktivitäten gegen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere auch gegen Antiziganismus, Islam- und Muslimfeindlichkeit und Homo- und Transfeindlichkeit;
  • Stärkung der Selbstorganisation im Themenfeld des Projekts „Demokratie leben!“
  • Entwicklung einer Kultur der Unterstützung und Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements in allen Themenfeldern des Programms, insbesondere zum Abbau von Ressentiments zur Prävention vor Gewalt, Hetze und Feindseligkeiten gegenüber Zuwanderinnen und Zuwanderer;

 

Förderung der Ausgestaltung einer vielfältigen, lokalen Kultur des Zusammenlebens:

  • Weiterentwicklung von Ansätzen und Konzepten der intergenerativen Arbeit ausschließlich im Themenfeld;
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und einer aktiven Bürgerbeteiligung;
  • Förderung des interkulturellen und interreligiösen Zusammenlebens;
  • Förderung des demokratischen Zusammenlebens in der Einwanderungsgesellschaft;
  • Förderung der Anerkennung vielfältiger Lebensformen (Diversity-Orientierung)

 

Förderung der Bearbeitung programmrelevanter lokaler Problemlagen:

  • Förderung der Reaktionsfähigkeit auf sozialräumliche Konfliktlagen;
  • Verbesserung der soziokulturellen Integration;
3. Geeignete Projektträger/Empfänger

 

Als Zuwendungsempfänger kommen grundsätzlich nichtstaatliche Organisationen in Betracht, die nachfolgende Bedingungen erfüllen:

  • Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen für das geplante Projekt, in Absprache mit der Koordinierungs-und Fachsstelle;
  • Sicherung einer ordnungsgemäßen Geschäftsführung, insbesondere Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) im Rahmen des Rechnungswesens;
  • Gewähr für eine zweckentsprechende, wirtschaftliche und sparsame Verwendung der Fördermittel sowie bestimmungsgemäßer Nachweis derselben;
  • Nachweise der Gemeinnützigkeit gemäß §§ 51ff. Abgabeordnung (AO), ersatzweise zunächst der Nachweis der Stellung eines Antrags oder Anerkennung der Gemeinnützigkeit gemäß §§ 51ff. AO bzw. grundsätzliche Vereinbarkeit des Gesellschaftsvertrags / der Satzung mit den Anforderungen der Gemeinnützigkeit;
  • Kein Ausschluss der Vorschrift des § 181 BGB im Gesellschaftsvertrag und in etwaigen Geschäftsführungsverträgen

Alternativ besteht die Möglichkeit für nicht-juristische Personen, wie z.B. Interessengemeinschaften, Bürgerbündnisse, Aktionskreise u.ä., mittels geeigneter freier Träger, die die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, Projekte zu übernehmen.

 

Wir freuen uns immer über neue Ideen und helfen gerne, sie zu ermöglichen.

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